Auf dem Weg zum Verfassungs­­gericht — Teil 6 von [n]: Die Epi­de­­mio­­log­ische Lage (in 10 Dia­gram­men)

Verfassungsbeschwerde für Dummies¹ — ein Echtzeit-Lehrgang in der Wirklichkeit mit ungewissem Ausgang — Stand 20.01.2020

Image for post
Image for post
Dicke Bretter bohren ist angesagt — Ein schönes Ergebnis der Bildsuche ‘Dicke Bretter bohren’. — Quelle: Tübinger Liste, eigentlich hier — dort jedoch ohne das Bild, dieses ist alleine hier zu finden.

Bisher entstandene und künftige Artikel:

Ein Dashboard statt eines Artikels

Corona im März

Image for post
Image for post
Die Graphen, die alle zu Tode erschreckt haben. Die Modellierung von Neil Ferguson vom Imperial College London. Zusammengesetzer Screenshot jedoch aus der Studie ‘Auswirkungen nicht-pharmazeutischer Interventionen auf COVID-19: Die Geschichte von drei Modellen’ von John Ioannidis, University Stanford

Corona im April

Image for post
Image for post
Screenshot (das Foto hab ich weggeschnitten) eines Artikels auf welt.de
Ganz ehrlich? Ein schwarzes Loch wär mir lieber… Warum? Deshalb:
Image for post
Image for post
Links: Diagramm von Lauterbach in der Sendung Markus Lanz vom 16.04.20. Mitte: Ausschnitt- und Rechts: -das ganze Diagramm der New York Times. Die gestrichelten Vierecke entsprechen etwa dem Bildausschnitt aus der Grafik in der Sendung. Man vergleiche mal die Lage der steilen roten Linie in Bezug auf die Null-Linie, und welchen Einfluss die Art der Darstellung auf die Aussage der Diagramme hat.

Quellen — Links: Ausschnitt Screenshot Youtube aus Lanz (bei 3:27 min) vom 16.04. / Mitte und rechts: Aus­schnitt und Screenshot aus dem Artikel ‘Missing Deaths’ der New York Times vom 08.07.

Mai bis November spar ich mir jetzt

Corona im Dezember

Image for post
Image for post
Screenshot von DIVI Intensivregister vom 10.01.21 — sieht schlimm aus

Die epidemiologischen Eigenschaften von Corona

Die Übersterblichkeit

Image for post
Image for post
Screenshot Stand 18.01.21 von destatis.de, Daten bis 51.KW 2020, 1 Woche fehlt noch. Ein Diagramm, viel we­niger aufgeregt als die weiter oben, was ich ziem­lich schätze und auch schon mehrfach verwendet ha­be. Die Grafik hat jedoch einen Nachteil: was man nicht sieht, ist, wie sich die Gesamtsterblichkeit in Deutsch­land in 2020 entwickelt (hat)? — “Ähnlich wie die letzten Jahre”, das ist erkennbar, aber mehr nicht. Des­halb:
Image for post
Image for post
Stand 18.01.2021, Daten bis 51.KW 2020, eigenes Diagramm mit den Zahlen von destatis.de von dem Dia­gramm oben, aber mit kumulierten Werten. Erster Gedanke: Oh, Gott! So viele Tote! Die Zahlen sind die glei­chen wie oben, sieht aber doch eher bedrohlich aus. Auch wenn die Kurve für 2020 immer im Bereich der vier vor­her­ig­en Jahre liegt. Eine kumulative Darstellung ist in einer Epidemie nicht das Richtige. Also noch eine:
Image for post
Image for post
Daten und Stand 18.01.21. Die gleichen Daten nochmal, aber die kumulierten Werte 2020 im Verhältnis zu den Werten der Vorjahre 2016–2019. D.h. die blaue Linie des Durchschnitts vom 1 + 2. Diagramm ist die Null­linie, waagrecht glatt­ge­zogen. Dieses Diagramm macht die Aussage, wie verhält sich das Pandemie-Jahr 2020 zu den Ver­stor­ben­en der vorletzten vier Jahre 2016–2019 (hellblauer Bereich)?

Gleicher Maßstab auf der X­-Achse wie vorher, d.h. Höhenausschläge sind identisch mit dem 2.Diagramm! Die vormals geringfügig gegenüber der Skala verrutschten Wochen habe ich korrigiert. Um ganz genau zu sein: die hellblauen Bereiche sind geringfügig zu hoch und zu niedrig (da nicht alle Maximal-Werte in einem Jahr liegen und ebenso nicht alle Minmal-Werte in einem anderen). Der tatsächliche max. Jahreswert der letzten Jahre ist 954.874 statt 994.000 (Fehler von 4%), und der zu erwartende ‘Normalwert für 2020’ liegt bei 957.006 Ver­stor­ben­en. (Stand 51.KW: 946.526) Dies liegt an der Alterspyramide der deutschen Bevölkerung. Genaue Be­rech­nung von Prof. Dr. Thomas Rießinger hier auf reitschuster.de.

Die Überlastung des Gesundheitswesens

Image for post
Image for post
Screenshots von drei gleich groß dargestellten, und daher problematischen Diagrammen auf in­ten­siv­re­gis­ter.de: Links (wie auch schon zu Beginn des Artikels): die Bettenbelegung mit Corona-Fällen. Mitte: die Ge­samt­üb­er­sicht ohne Corona-Fälle. Rechts: Die Corona-Fälle im Verhältnis zu Gesamtbelegung.
Größenskalenverhältnis im Bezug zum mittleren Diagramm: d.h. Mitte: 100% // Links: 770% // Rechts: 200%
Image for post
Image for post
Korrekte Darstellung der Bettenauslastung und des Anteils von Corona-Fällen daran. Quellen: wie oben.
Weitere Erkenntnisse: die Auslastung über das Jahr liegt konstant bei gut 20.000 belegten Betten, die von der Deutschen Krankenhausgesellschaft empfohlene Reserve war immer gegeben, es gibt darüber hinaus sogar ei­ne Notfallreserve von weiteren gut 10.000 Betten. Der medial beklagte Rückgang der freien Betten [senk­rech­­te Höhe der hell­blauen Fläche] von Mitte Oktober bis Weihnachten geht zu 75% auf Kapazitätsabbau (hell­blaue Fläche wird von oben kleiner) und zu 25% auf Mehrbelegung (hell­blaue Fläche wird von unten kleiner) zurück. (Das die Kurven belegte und freie Betten links in der Grafik steil ansteigen, liegt daran, daß das Melderegister im März erst begonnen wurde. Die dort ‘fehlende’ hellblaue Fläche liegt an der Überlagerung)

Die Kreuzimmunität

Image for post
Image for post
Der ermittelte Wert an vorhandener Kreuz­im­munität in der Bevölkerung aus neun Studien weltweit. Mittelwert 46,0%.
Eigenes Diagramm aus zehn untersuchten Studien aus ‘Das Ende der ‘Pandemie’.
Alle Quellen, Details, Zusammenfassungen, sowie Übersetzungen und Zitate hier.

Die Letalität von COVID-19

Image for post
Image for post
(Meine Güte, was eine veraltete Grafik! muss dringend aktualisiert werden! Die Wochen sind seit Pandemiebeginn durchnummeriert, also KEINE Kalenderwochen, Fehler wird in Kürze korrigiert!) Aber aufschlußreich und daher trotzdem schon mal hier. Eigenes Diagramm aus den folgenden Quellen: Schrap­pe et al. vom IMVR sind die Autorengruppe der Thesenpapiere (die hohen Werte Anfang des Jahres kom­men aus dem Blick auf die Krankenhäuser). // Die Zahlen des RKI sind die der Fall-Sterblichkeit (CFR), welche die Sterblichkeit epidemiologisch überschätzt. (Alle anderen geben daher auch die Infizierten-Sterblichkeit (IFR) an! Das RKI im Kleingedruckten übrigens auch, bzw. benennt den Faktor dazu, siehe unterste blaue Lin­ie). // Die Zahlen der WHO sind übers Jahr eher spärlich gewesen. Zu Beginn des Jahres die allgegenwärtige Zahl von 3,4%, dann länger nichts, dann gehen die veröffentlichten Zahlen steil nach unten. // ‘Verschiedene’ sind Zahl­en aus einigen bekannteren Studien. (Gestrichelte Linie, da es sich nicht um eine, sondern um ver­schie­dene Institutionen handelt) // Und schließlich Ioannidis, der schon Mitte März ungefähr das prognostizierte, wo die Welt sich das ganze lange Jahr lang hinarbeiten musste. Links zu Quellen in meinen anderen Artikeln

Der PCR-Test und die 7-Tages-Inzidenz

Der PCR-Test und seine Aussagekraft

Image for post
Image for post
Berechnung der prävalenzabhängigen positiv-prädikative Werte des PCR-Tests auf Basis einiger prä­va­lenz­unabhängiger Werte für Sensitivität und Spezifität. — äh, wie meinen? … OK, nochmal auf deutsch:
Die Berechnung der Wahrscheinlichkeit, mit der die Aussage des PCR-Test — bei 4 verschiedenen Test­ge­nau­ig­keiten (senkrechte Skala) — und in Abhängigkeit der Verbreitung des Virus (waagrechte Skala)! — richtig ist.

Das RKI nennt Bereiche von ‘wün­schens­werten’ und ‘akzeptablen’ Werten für den positiv prädikativen Wert [hell­blau und blau]. Der Ringversuch von Instand e.V. zur Validierung ergab Werte [grün] dazwischen, ein Artikel des Netzwerks Evidenzbasierte Medizin, kommt auf niedrigere Werte [rot]. Eigenes Diagramm aus Angaben des RKI und den EBM-Netzwerks.

Die Kurven geben im Ergebnis die Wahrscheinlichkeit [in % auf der linken Skala] an, mit der das Ergebnis des PCR-Test richtig ist. In Abhängigkeit von der Verbreitung des Virus in Deutschland (untere Skala von 0% bis 15% [=bisheriger Höchstwert in Heinsberg] ), die allgemein mit Werten zwischen 1,2% und 3% (senkrechte blaue Linien) geschätzt wird. .

Beispiel: 3% Prävalenz (rechte blaue Linie), PCR-Test Genauigkeit wie Ringversuch. Ergebnis: 68%, also knapp 2/3 — die Aussage des Tests, die Quarantäneanordnung, die Kontaktnachverfolgungen, die Quarantäne für Kontaktpersonen sind mit 2/3 Wahrscheinlichkeit korrekt, mit 1/3 Wahrscheinlichkeit aber nicht!

Die 7-Tages-Inzidenz und ihre Inflation

Image for post
Image for post
Was für ein Theater. Weil leider keiner kap­iert, daß 50/100.000 (in Worten: fünfzig von hun­dert­tau­send) kein Ver­hält­nis ist, sondern ein Produkt! Das Produkt aus Prävalenz [zu finden z.B. auf der waagr. Achse des vor­her­igen Diagramms mit Werten von 0% bis 15%] mal Testanzahl [zu finden z.B. auf der rechten senkr. Achs­e die­ses Diagramms mit Werten von 0 bis 1,8mio für ganz Deutschland]. Kommt aber noch schlimmer: Jetzt tes­ten wir wie verrückt, (siehe blaue Balken) also finden wir auch mehr! in dem Maß, in dem wir mehr fin­den, ist die 7-Tages-Inzidenz auch “weniger wert”. Ein Wert von 50 im Mai (und nochmal Anfang Juli) ensprach Ende Oktober wegen den vielen Tests nur noch einem Wert von 11. Der Wert von ‘nur’ 50 ist umso schwer­er zu er­rei­chen, je mehr ich teste. Mehr Tests bedeuten also weniger Freiheits- und Grundrechte. Dies Grafik könnte al­so auch die Inflation der Grundrechte heißen. Ich zitiere mich mal selber: Grund­rechts­ein­schränk­­ung­en, weil keiner mehr Drei­satz kann! (Die Grafik reicht nun von der Einführung der 7-Tages-Inzidenz bis Jahresende)

Der Lockdown

Image for post
Image for post
Diagramm mit der ‘Stringenz der politischen Maßnahmen’, weltweite Übersicht ‘COVID-19 Government Response Tracker (OxCGRT)’ der Universität Oxford. Hier ausgewählte Länder: Deutschland (naheliegend), Frankreich (Nachbar mit strikten Maßnahmen und hohen Zahlen), Schweden (vielfach verdammt für den tödlich laxen Umgang — ich staune über die immer noch recht hohen Werte um 60 lt. Oxford) und als Vergleich Japan (mit deutlich laxeren Maßnahmen als Schweden)
Image for post
Image for post
Diagramm mit den täglichen weltweiten Todesfällen ‘mit’ und ‘an’ Covid-19. Umgerechnet auf 1 Million Ein­wohn­er. Hier ausgewählte Länder: Deutschland (im Frühjahr gut, im Winter schlecht), Frankreich (im Frühjahr ver­heer­end, im Winter schlecht und früh dran), Schweden (nun ja, im Frühjahr wie im Win­ter ir­gend­wie in der Mit­te zwischen DE und FR…) und als Vergleich Japan (was soll man sagen, das älteste Volk der Welt (!) kommt mit den ‘laxesten’ Maßnahmen dieser Länder am besten durch die Epidemie).
Die Korrelation zu den Jahreszeiten ist eindeutiger als zu den Maßnahmen.

Quelle für beide Diagramme https://ourworldindata.org/coronavirus, ohne genauen Link, die Diagram­me werden nach Auswahl Thema und Land/Länder erstellt.
Image for post
Image for post
Screenshot aus dem täglichen Lagebericht des RKI vom 05.01.21 [PDF], S.11. Farben teilweise von mir geändert. Dargestellt werden hier knapp die Hälfte aller SARS-CoV-2-Fälle. Solche, die (lokalen) ‘Ausbrüchen’ zuzuordnen sind. (Be­rühmt­es­tes Beispiel: Tönnies, der kleine Gipfel in der 25.KW) Dies sind etwa die Hälfte aller Fälle in Deutsch­land, die an­de­re Hälfte sind einzelne Ansteckungen. // Ausbrüche am Arbeitsplatz geändert von rot nach hell­blau. // Aus­brüche in Alten- und Pflegeheimen, Wohn- und Flüchtlingsheimen sowie Krankenhäusern geän­dert von blau und grün auf einheitlich rot. Hinzufügung der Zeitpunkte der Lockdowns und der Ein­füh­rung der Maskenpflicht.
Ergebnis: Die Maßnahmen schützen die Alten und Kranken nicht! Mehr dazu in Teil 6.5 - Der Lockdown.

Die Maskenpflicht

Image for post
Image for post
Screenshot aus dem täglichen Lagebericht des RKI vom 05.01.21 [PDF], S.11. Farben jetzt unbearbeitet. Hinzufügung des Zeitpunkts der Ein­füh­rung der Maskenpflicht. Ergebnis: Die Pflicht kam, als sie nicht mehr nötig war und hat nichts genützt, als die Fälle im Herbst mehr wurden. Der Einspruch, ohne Masken wäre es noch schlimmer gekommen greift nicht, siehe Japan und Schweden weiter oben. Die Verwendung der Gesamtzahl aller Infektionen anstelle nur derer aus den ‘Ausbrüchen’ würde das Bild nicht ändern. Mehr dazu in Teil 6.6 — Die Maskenpflicht.
Image for post
Image for post
Das Kleingedruckte

Kontakt

Written by

Get the Medium app

A button that says 'Download on the App Store', and if clicked it will lead you to the iOS App store
A button that says 'Get it on, Google Play', and if clicked it will lead you to the Google Play store