Was wäre die Lösung?

Ein Übersicht über den Kenntnisstand zum und die Maßnahmen gegen das Corona-Virus — Stand 19.09.2020

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Eine Menge schlauer Köpfe mit einer Menge richtig guter Ideen, was zu tun wäre!

Was wäre die Lösung?

  1. Als Kurzform von: welche verschiedenen, erprobten, mit Erfahrung und Stu­di­en unterlegten, in Ihrer Wirksamkeit nachgewiesenen (hier haupt­säch­l­ich:) nicht pharmazeutischen Maßnahmen als Lösungs­an­sätze zur Ein­däm­mung und/oder Bekämpung der Corona-Pandemie gibt es für die ver­schied­en­en gesellschaftlichen Bereiche nach derzeitigem Kennt­nis­stand?
  2. Um nicht in die hinterher-ist-man-immer-schlauer Falle zu laufen unterscheide ich hier nach:
  • b) was wußte¹ man² im Frühjahr, was im Frühsommer diesen Jahres,
  • c) was weiß¹ man² heute.

Inhalt des Artikels:

Wie war der Kenntnisstand hierzulande, als das Corona-Virus Europa er­rei­chte?

1. Das Wissen über Viren und Epidemien — und der Maßnahmen dagegen — vor 2020

Der MDR schreibt am 11.04.2020 ‘Corona: Eine Krise mit Ansage:

1.1 Gehen wir zurück ins Jahr 2009

In diesem Jahr veröffentlicht das European Centre for Disease Prevention and Control (ECDC) den ‘Guide to public health measures to reduce the impact of influenza pandemics in Europe’ [Quelle ¹], also einen “Ratgeber für öf­fent­liche Ge­­sund­heits­maß­nahm­en zur Ein­däm­mung der Auswirkungen von In­flu­­en­­za-Pan­­demi­en in Europa:

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Ausschnitt vom Cover des Berichts des ECDC —Zitatschnipsel von Wikipedia
  • Es gibt eine Krankheits-Welle, die etwa drei Monate andauert *²
  • Es gibt mehr Unwissen als Wissen über die Wirksamkeit von Gegen­maß­nahmen *³
  • Modellrechnungen sind mit Vorsicht zu genießen, sie beruhen auf An­nahm­en, nicht auf Wissen *⁴
  • Eine Standard-Pandemie gibt es nicht, sie unterscheiden sich nach Er­reg­er, Schwere, [d.h. Sterblichkeit,] Ansteckungsrate, der bestehenden (ggfs. Kreuz-)Immunität (in der Bevölkerung) und der Anzahl der Wel­len *⁵
  • Diese vorgenannten Parameter bilden den Rahmen für die Gegenmaß­nahm­en, die aufgrund Ihrer Nebenwirkungen (noch) akzeptabel sind *⁶
  • Wenn sich die Pandemie auf eine bestimmte Altergruppe konzentriert, ist es sinnvoll, die Maßnahmen ebenfalls dort zu konzentrieren *⁷
  • Man sollte die Merkmale und Eigenschaften der Pandemie, welche nie­mals stat­isch sind, er­forsch­en, die Gegenmaßnahmen flexibel hand­hab­­en, und die Nebenwirkungen von Anfang an genau verfolgen *⁸
  • Pandemien ändern sich mit der Zeit und mit der Aus­breitung werden sie im Allgemeinen weniger schwer­wieg­­end *⁹
  • Epidemien betreffen nie alle Orte gleichzeitig auf die gleiche Weise *¹⁰
  • Epidemien breiten sich in Europa meistens von West nach Ost und von Süd nach Nord aus *¹¹
  • Schulschließungen sind nur bedingt sinnvoll und oft kontraproduktiv *¹²
  • Maßnahmen können abartige Nebenwirkungen haben *¹³
  • Die Wissenschaft ist sich uneinig, ob einfache Masken die Über­trag­ung­rate verringern oder sogar erhöhen *¹⁴
  • Die meisten Maßnahmen bieten keinen vollständigen Schutz, aber das wird nicht erwartet und ist auch nicht notwendig *¹⁵
  • Es gibt die Möglichkeit, alle Kinder und Jugendlichen für die Dauer der Pandemie zu Hause zu isolieren, aber derzeit scheint kein Land dies als Option zu sehen *¹⁶
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Ausschnitt von Seite 1 des Berichts des ECDC

1.2 Acht Jahre später, März 2017

Das Robert-Koch-Instititut veröffentlicht seinen aktuellen Nationalen Pan­de­mie­plan [Quelle ²]. Für die Ergänzung vom 04. März 2020 siehe Kapitel 2.

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Ausschnitt vom Cover des Nationalen Pandemieplans des Robert-Koch-Instituts — Nebenstehende Zitatschnipsel aus: Das neue Infektionsschutzrecht, S.77
  • Fallzahlen und laborbestätigte Fälle gehören nicht dazu, diese führen zu einer erheblichen Untererfassung der Infektionszahlen *¹⁸
  • Es muss situations- d.h. Pandemielagegerecht getestet werden *¹⁹
  • PCR-Tests sind nur eingeschränkt zu empfehlen, sie unterstützen nur weit­ere Entscheidungen *²⁰
  • Bei längeren Pandemien verlieren die PCR-Tests Ihre Bedeutung *²¹
  • Zu Beginn einer Epidemie gibt es keine zuverlässigen Zahlen oder In­for­ma­tionen *²²
  • Eine Epidemie/Pandemie kann in Ländern oder Regionen verschieden schwer verlaufen und sich hierin im Laufe der Zeit auch ändern *²³
  • Die Anpassung der Maßnahmen gegen die Pandemie ist ein andau­ernd­er und kontinuierlicher Prozeß *²⁴
  • Die Schutzmaßnahmen werden auf die Personengruppen konzentriert, die ein erhöhtes Risiko für schwere und tödliche Krankheitsverläufe auf­weis­en, und auf das Personal, das Kontakt zu ihnen hat *²⁵
  • Die Schutzmaßnahmen haben das Ziel, schwere Krankheitsverläufe zu ver­hin­dern und die Überlastung der Gesundheitssystems zu vermeiden *²⁶
  • Wenn die Epidemie den Höhepunkt überschritten hat, muss geprüft wer­den, welche Maßnahmen fortgeführt werden sollen *²⁷
  • Für die Versorgung von Patienten sollten spezielle Schwer­punkt­krank­en­häus­er festgelegt werden *²⁸
  • Es ist zu erwarten, daß alte, kranke Menschen besonders stark, (d.h. mit vielen schweren Fällen) von einer Pandemie betroffen sein werden *²⁹
  • Es ist bei dieser Risikogruppe weiter auch von vielen zusätzlichen Kom­pli­kationen wie Lungenentzündungen auszugehen*³⁰
  • Es ist keine gute Idee, alte Menschen zu intubieren *³¹
  • Weiter ist davon auszugehen, daß sich auch viel Personal in Alten- und Pfle­geheimen anstecken wird *³²

1.3 Nochmal zweieinhalb Jahre vorwärts, Oktober 2019

Wir sind zwei Monate vor Beginn der Epidemie in China, und fünf Monate vor Ausrufung der Pandemie durch die WHO:

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Ausschnitt aus dem Cover der Übersichts-Studie der WHO
  • Gesichtsmasken haben laut mehrerer randomisierter Studien von ho­her Qualität bestenfalls eine geringe Wirksamkeit *³⁴ und es fehlen nach wie vor Beweise, die den Zufall als Erklärung ausschließen kön­nen *⁴¹ — un­ter bestimmten Bedingungen können sie dennoch für kranke Personen em­pfohl­en werden
  • Schulschließungen können einen messbaren Einfluß haben, müssen da­für aber sehr gut geplant werden und zum richtigen Zeitpunkt er­folg­en *³⁵
  • Social Distancing kann sehr störend sein, die Nebenwirkungen müssen ge­gen den möglichen Nutzen abgewogen werden *³⁶
  • Daher müssen die Schwere und die voraussichtlichen Folgen der Pan­de­mie schnellstmöglich ermittelt werden *³⁷
  • Gesundheitstest bei Grenzkontrollen weden mangels Belegen ihrer Wirk­sam­keit nicht empfohlen *³⁸
  • Reisebeschränkungen haben allenfalls einen beschränkten zeitlichen Ver­zö­ger­ungs­effekt *³⁹
  • Grenzschließungen werden aus wirtschaftlich schwerwiegenden Grün­den nicht in Erwägung gezogen *⁴⁰
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Ausschnitt von Seite 9 der Übersichts-Studie der WHO
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Einige Maßnahmen mit ihrer Bewertung, WHO Übersichtsstudie, Auszug aus den Seite 14–18, Tabelle 4

1.4 Die Zusammenfassung der Zusammenfassungen (tl;dr)

Die zusammengefassten Ergebnisse der Ausarbeitungen von ECDC, RKI und WHO nochmal zusammengefasst:

  • Zu Beginn einer Epidemie gibt es keine zuverlässigen Informationen*²² über ihre Eigenschaften, Modellrechnungen sind aber mit Vorsicht zu ge­nießen, denn sie beruhen auf Annahmen, nicht auf Wissen*⁴
  • Die epidemiologischen Parameter müssen schnellstmöglich ermittelt wer­den*¹⁷, Fallzahlen und laborbestätigte Fälle gehören wegen er­heb­lich­er Unter­erfas­sung der Infektionszahlen aber nicht dazu*¹⁸
  • Epidemien betreffen nie alle Orte gleichzeitig auf die gleiche Weise*¹⁰ und breit­en sich in Europa typischerweise von West nach Ost und von Süd nach Nord aus*¹¹
  • Die etwa drei Monate*² andauernde Krankheits-Welle verläuft re­gio­nal*¹⁰ verschied­en*²³ schwer*⁵ und lässt in ihrer Schwere im Laufe der Zeit auch nach*⁹
  • Die Schwere und die voraussichtlichen Folgen der Pandemie müs­sen schnellst­möglich ermittelt werden*³⁷, um die Gegenmaßnahmen fest­zu­legen*⁶
  • Die Gegenmaßnahmen*³³ sollen das Gesundheitssystem vor Überlast­ung*¹⁵ schütz­en*²⁶, sie sind kontinuierlich*²⁴ an die sich ändernden*¹⁷ Eigen­schaft­en der Pandemie*⁵ anzupassen, und auf ihre Nebenwirk­ung­en zu überprüfen*⁸, die mit dem Nutzen der Maßnahmen ab­ge­wog­en wer­den müssen*³⁶
  • Es gibt immer noch mehr Nicht-Wissen als Wissen über Wirkungen der Maß­nahmen*³
  • Der Beleg für den Nutzen von Gesichtsmasken wurde von der Wissen­schaft­ nicht erbracht*³⁴, der Zufall kann statistisch bei den in den Stu­dien beobachteten Wirkungen nicht als Ursache ausgeschlossen wer­den*⁴¹, es ist darüber hinaus nach wie vor möglich, daß Masken die Infektionsraten sogar erhöhen*¹⁴
  • Gesundheitstest bei Grenzkontrollen*³⁸, Reisebeschränkungen*³⁹ und Gren­zschließungen*⁴⁰ sind nicht zu empfehlen
  • Schulschließungen sind nur bei sehr guter Planung und zum richtigen Zeit­punkt bedingt sinnvoll*³⁵ und oft kontraproduktiv*¹²
  • Die Schutzmaßnahmen werden auf die gefährdete Risikogruppen*⁷ kon­zen­triert sowie zusätzlich auf das mit ihnen arbeitende Personal*²⁵, da hier leicht viele Ansteckungen erfolgen*³²
  • Alte und kranke Menschen*²⁹ haben ein erhöhtes Risiko*²⁵ für zusätz­liche Kom­plikationen wie Lungenentzündungen*³⁰ und schwere bis töd­liche Krank­heitsverläufe*²⁵ und sollten auf keinen Fall intubiert werden*³¹
  • Für die Versorgung von Kranken sollten Schwerpunktkrankenhäuser fest­ge­legt werden, um das Gesundheitswesen zu entlasten*²⁸
  • Nach dem Höhepunkt der Krankheitswelle ist zu überprüfen, welche Maß­nahmen fortgeführt werden sollen*²⁷

Das alles gibt Anlaß zur Hoffnung, auf den Fall einer Virus-Pandemie gut vorbereitet zu sein

Wir kommen zum Jahreswechsel 2019/2020

2. Das Wissen über Viren, Epidemien und Pan­de­mien — und der Maßnahmen dagegen — in 2020

MÄRZ

Bis hierher sind wir, die Bevölkerung , kann man wohl sagen, recht ahn­ungs­los, was da auf uns zukommt. In Asien gibt es eine Epidemie, hört man aus den Nachrichten. Hier in Hamburg sind Anfang März noch die Winter­ferien, alle fahren in die Berge, die kurz darauf in Ri­siko­ge­biete um­benannt werden.

  • Es gilt, be­­sonders schwere Krankheitsverläufe und Krankheitsspitzen mit ein­er Über­­last­ung der Gesundheitsversorgungssysteme zu vermeiden *⁴³
  • ‘In dieser Si­tua­tion steh­en im Mit­telpunkt weitere negative Aus­wirk­ung­en auf die Ge­mein­schaft und das soziale Leben möglichst gering zu halten’ *⁴⁴
  • Um den Anteil schwerer Krankheitsverläufe zu reduzieren, müssen vul­ner­able Personengruppen besonders geschützt werden (zum dritten Mal) *⁴⁵
  • Für eine kontinuierliche differenzierte Risikoeinschätzung ist Kennt­nis erforderlich über das epi­dem­ische Po­ten­zial, das epidemiologische Pro­fil und die Res­sourc­en­be­lastung im Ge­sund­heits­ver­sorg­ungs­system *⁴⁶
  • Diese Risikoeinschätzung, die sich derzeit als äußerst schwierig ge­stalt­et, soll den Entscheidungsträgern geeignete Maßnahmen an die Hand geben *⁴⁷

2.1 Die neuen Erkenntnisse und der Wissensstand im März 2020:

  • Um schwere Krankheitsverläufe *⁴⁵ und eine Überlastung der Gesund­heits­systems zu vermeiden *⁴³, konzentriert sich der Schutz auf Risiko­grup­pen *⁴².
  • Übermäßige negative Auswirkungen auf Gemeinschaft und das soziale Le­ben sollen vermieden werden *⁴⁴.
  • Für eine Risikoeinschätzung *⁴⁶, die der Politik belastbare Empfehlung­en *⁴⁷ geben kann, werden virologische, epidemiologische und klinische Da­ten *⁴⁶ benötigt.
  • Es ist dringend zu klären, ob die Schulschließungen und Kontaktverbote wirk­sam sind und die erheblichen Nebenwirkungen rechtfertigen *⁴⁸-⁵³.
  • Um die Verhältnismäßigkeit der Maßnahmen zu überprüfen, ist die Aus­wahl der richtigen Daten und die dafür erforderliche Forschung not­wend­ig *⁴⁹.
  • Zu dieser Forschung gehören unverzichtbar Kohortenstudien zur Unter­such­ung der bevölkerungsweiten Infektionsrate *⁵⁰, die auch Auskunft ge­ben über die Wirksamkeit der Maßnahmen und gute Zeitpunkte, diese zu be­enden *⁵².
  • Sollte bereits ein nenneswerter Teil der Bevölkerung infiziert sein, sind die Maß­nahmen von eingeschränkter Wirkung *⁵¹.
  • Entscheidungskriterien sind zu finden, um die positiven Effekte der NPI mit den negativen abzuwägen *⁵⁴.
  • Die vorliegenden Zahlen sind aufgrund der Art zu testen un­brauch­bar *⁵⁵, da die Infiziertenzahl von der Testanzahl abhängt *⁵⁶, währ­end die wahre Zahl unbekannt bleibt *⁵⁷, solange es keine repräsentativ­en Testungen gibt *⁵⁸.

Das alles gibt Anlaß zur Hoffnung, für diese Virus-Pandemie eigentlich ganz gut vorbereitet zu sein

APRIL

Das Institut für Medizinsoziologie, Versorgungs­forsch­ung und Rehabili­tations­wis­senschaft — IMVR der Universität Köln veröffentlicht zusammen

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Ausschnitt von der ersten Seite des Thesenpapiers als Artikel [PDF hier]

2.2 Die neuen Erkenntnisse und der Wissensstand im April 2020:

  • Die Epidemie ist nur in einer gemeinsamen Anstrengung von Virologie, In­fektiologie, Intensivmedizin, Pflege, Ethik, Ökonomie, sowie den Sozial-, Politik- und Rechtswissenschaften gut zu bewältigen *⁵⁹.
  • Der PCR-Test weist Viren-Genome nach, jedoch keine Infektiosität *⁶¹-⁷³.
  • Die vom RKI kumulativ *⁷⁴ veröffentlichten Fallzahlen sowie die Ver­dop­pel­ungszeit *⁶³ derselben, sind ungeeignet den Epidemie-Verlauf zu be­schreib­en *⁶², und/oder Maßnahmen zu begründen, da sie die Ge­fähr­lich­keit des Virus stark überhöht *⁷⁵ darstellen *⁶⁴.
  • Kriterien einer evidenzbasierten Risikokommunikation werden vom RKI ignoriert *¹²⁰.
  • Die angeordneten Maßnahmen sind wissenschaftlich nicht abgesichert, *⁶⁵ in­effizient *⁶⁷, und haben die paradoxe Eigenschaft: je erfolgreicher sie sind, desto länger sind sie notwendig *⁶⁶. Daher müssen sie von zielge­nau­en Maß­nahm­en abgelöst werden *⁶⁷.
  • Die Gesundheit darf nicht wegen behaupteter “Alternativlosigkeit” gegen Grundrechte ausgespielt werden *⁶⁹, denn die Corona-Maßnahmen sind da­ran zu messen, ob sie das Fortbestehen der gesellschaftlichen Werte und Lebensbedingungen garantieren *⁷⁰.
  • Das größte Risiko besteht für Patienten über 80 Jahre *¹⁰⁸ mit Mehrfach-Ko­morb­iditäten *⁷²-¹⁰⁹, im Falle einer Beatmung ist die Letalität be­sond­ers hoch *⁷¹. Ca. 98% der Infizierten tragen keine bleibenden Schäden da­von *⁷⁷-⁷⁹.
  • Bei der Beurteilung der Epidemie spielt die Letalität eine ent­scheid­ende Rolle *⁸⁰, jedoch müssen die Bezuggrößen *¹²¹-¹²² be­kannt sein *⁸¹, wie die zurechenbare Sterblichkeit (der Unterschied “an” oder “mit” Co­ro­na gestorben zu sein) *⁸²-¹⁰⁷. Beides ist derzeit nicht der Fall *⁸³-⁸⁴ wo­durch die Gefahr überschätzt wird *¹⁰⁶.
  • Daher ist es erforderlich, Kriterien für die zurechenbare Sterblichkeit zu definieren *⁸⁵ sowie Obduktionen durchzuführen *¹⁰⁷.
  • Die Epidemie findet zu großen Teilen im Gesundheits- und Pflegesys­tem statt *⁸⁶, hier war zu Beginn die fehlende Schutzausrüstung des Per­son­als katastrophal *⁸⁷.
  • Epidemien sind komplexe Systeme und rufen durch ihr immanent un­vor­her­sehbares und sprunghaftes Auftreten *⁸⁸ mit katastrophal an­mut­enden lokalen Einzelentwicklungen *⁸⁹ größte Befürchtungen hervor *⁸⁸.
  • Dies liegt auch an der Nichtbeeinflußbarkeit *¹⁰⁰ durch eindimensionale Maßnahmen mit einfachen Ursache-Wirkung-Prinzip *⁹⁰, was daran zu erkennen ist, daß der Lockdown keine eingreifende Verbesserung der Si­tuation bewirkt hat *⁹¹ und auch keine Abhängigkeit von der Intnsität der Maßnahmen erkennbar ist *⁹². Gleichzeitig ist eine mögliche jahres­zeitl­iche Schwankung noch unbekannt *¹¹⁶.
  • Der Schutz der Risikogruppen *⁹³, mit ihrem weitaus höheren Morbiditäts- und Mortalitätsrisiko *¹⁰², die relativ genau benennbar sind (• hohes Al­ter, • Komorbidität, • nosokomiales Risiko und • Kontakt zu lokalen Clus­tern) *⁹⁸. ist durch die allgemeinen, unspezifischen Präventionsmaßnahmen nicht herstellbar *¹⁰².
  • Dies ist ein Grund mehr, die Maßnahmen, die so weit in das soziale und po­­litische Leben einer Gesellschaft eingreifen, gegen die negativen Folgen abzuwägen *⁹⁶ und die Überprüfung der Verhältnismäßigkeit fortlaufend zu wiederholen *⁹⁷, da Grundrechte können nur eine zeitlich begrenzte Aus­­setzung erfahren dürfen *¹⁰³.
  • Diese Beschränkung anhand der Verhältnismäßigkeit wird im IfSG nicht adä­quat berücksichtigt, *¹⁰⁴ da die Einschränkungen auf dem Weg der Ver­ordnungen erlassen werden *¹⁰⁵.
  • Es gibt keine Belege, ob die Corona-Maßnahmen zu einer Verringerung der Gesamtmortalität führen *¹¹⁰, oder ob die Zahl der Toten nur auf ein­en späteren Zeitpunkt verschoben wird *¹¹⁵.
  • Sollte die Epidemie tatsächlich aufgrund der NPI zurückgehen, ist bei Lock­erungen *⁹⁵ zwangsläufig mit einem erneuten Anstieg zu rechnen *¹¹⁷, dann wäre die Frage, ob diese, trotz der immensen *¹¹⁹ Schäden *¹¹⁸, die über die Schäden durch den Virus weit hinausgehen können, *¹²⁶ re­gel­mäßig wiederholt *¹²⁵ werden müssen, ohne das ein Ende abzusehen ist *⁹⁴.
  • Kinder und Jugendliche wurden bisher nicht als Personen mit Rechten, son­dern nur als Virusträger gesehen. *¹²⁷. Diese Betrachtung als „Mittel zum Zweck” widerspricht ihrer persönlichen Würde *¹²⁸.
  • Es ist dringend wissenschaftlich zu klären, ob Kinder und Jugendliche über­haupt epidemiologisch relevante Überträger des Virus sind *¹³¹. Nach vorliegenden Daten spielen sie für die Ausbreitung der Epidemie nur eine untergeordnete Rolle *¹³⁰.
  • Ihr Anteil an der Bevölkerung macht 13% aus, der Anteil an den In­fekt­ion­en nur 2–3% *¹²⁹. Daher stellt sich auch angesichts der mo­de­rat­en Evidenz und hohen Kosten *¹¹²-¹¹² die Frage nach der Ef­fekt­ivi­tät von Schul­schließ­ungen *¹¹³, was mindestens durch ent­sprech­en­de Begleitforschung ge­klärt werden sollte, die bislang ver­säumt wurde *¹¹⁴.
  • Wenn der Schutz der Risikogruppen *⁹⁸ gelungen ist, muss die gezielte Öf­fnung der allgemeinen, unspezifischen Präventionsmaßnahmen er­folg­en *¹⁰¹. Es ist nicht nachvollziehbar, warum sich Kinder und Per­son­en jüng­eren Alters dann nicht frei bewegen können sollten zumal sich die­se wahr­scheinlich in jedem Fall anstecken werden, dabei aber nur selt­en er­krank­en *⁹⁹.

Das alles gibt Anlaß zur Hoffnung, diese Virus-Pandemie schnell und erfolgreich einzudämmen und bald zu einem relativ normalen Leben zurückzukehren

MAI

Das Institut für Medizinsoziologie, Versorgungs­forsch­ung und Rehabili­tations­wissenschaft — IMVR der Universität Köln veröffentlicht am

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Ausschnitt von Seite 60, Monitor Versorgungsforschung, 08.06.2020

Kenntnislücken zwischen Infizierten und Genesenen

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Bild aus “S.67” der Artikelversion — Abbildung 1 auf Seite 17 des PDF

Nachweisbarkeit einer Infektion und der Infektiösität durch PCR und andere Tests im Zeitverlauf…

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Abbildung 3 aus dem Thesenpapier, S. 23 — Nachweisbare Reaktionen auf eine Virus-Infektion im Zeitverlauf

… und in Abhängigkeit von der Sensitivität und der Spezifität

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Abbildung 4 aus dem Thesenpapier, S. 25 — drei Szenarien PCR-Testungen und Infektiösitäten

Erhebliche Unterschiede in der Anzahl der falsch positiven Ergebnisse anhand von Anlaß und Zeitpunkt der Tests

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Abbildung 5 aus dem Thesenpapier, S. 29

2.3 Die neuen Erkenntnisse und der Wissensstand im Mai 2020:

  • SARS-CoV-2 ist eine typische Infektionskrankheit, die keinen Anlass dar­stellt, alles Gemeinsame, alles Soziale in Frage zu stellen *¹³².
  • Was sehen wir denn durch die Bergamo-Bilder? Einerseits sehen wir eine Krankheit und ihre Folgen. Andererseits sehen wir ein lokal zu­sam­men­brech­endes Ge­sund­heits­system bei dem die Präventionsanstrengungen nicht ausreichend wa­ren *¹³².
  • Trifft die Infektion auf Populationen, bei denen das System der Ge­sund­heits­versorgung unvorbereitet und/oder überlastet ist, kommt es zu kri­sen­haften Zuständen *¹⁷⁶ mit katastrophalen Verläufen *¹⁷⁷ mit Infizierung des Personals, fehlender Schutzkleidung *¹⁷⁸ und explosionsartig zu­nehm­enden Todesfällen *¹⁷⁵-¹⁷⁷, insbesondere bei alten Menschen *¹⁴³.
  • Die Berichte des RKI stellen die Entwicklung der Epi­de­mie als homogene Entwicklung ähnlich einer einsetzenden Flut dar. *¹⁴⁵. Dies ist falsch, da es sich um ein inhomogenes, herdförmig ablaufendes Ge­schehen handelt *¹⁴⁶.
  • Eine Eigenschaft einer Infektionserkrankung mit asymptomatischen Vi­rus­trägern und einer hochinfektiösen prä­sym­pto­mat­ischen Phase ist, dass sie auftritt wo und wann sie will *¹⁸⁶.
  • Für die Kenntnis der Lage fehlen en­erg­isch vorangetriebene Kohorten- und Clusterstudien *¹³³-¹⁷¹.
  • Die Nennung von kumulierten Rohdaten *¹⁴⁴ (Infzierte, Gestorbene) ohne Bezug zu anderen Todesursachen führt zur Überschätzung des Risikos *¹²³.
  • Der Bericht der „Genesenen“ ist irreführend, da die Zahl der Erkrankt­en nicht bekannt ist *¹³³ und es bei dieser Darstellung keine asymptomat­isch Erkrankten geben dürfte *¹⁴⁸, wobei dies die größte Gruppe ist.
  • Die Darstellung der epidemiologisch zentralen Frage der zurechenbaren Sterblichkeit genügt keinen wissenschaftlichen Standards *¹⁴⁹. Seitens z.B CDC, WHO und RKI gibt es für COVID-19 noch keine Definition *¹⁵¹ für die zurechenbaren Sterblichkeit, obwohl solche Definitionen seit Jahrzehnten den unbestrittenen Standard darstellen *¹⁵⁰.
  • Der Bezug auf die gemeldeten Fälle ist wegen der Dunkelziffer methodisch unzulässig *¹⁵².
  • Zur quantitativen Abschätzung der Epidemie sind klinische End­punk­te wie belegte Intensivbetten, und Ereignisse im Hochrisikobereich wie In­fi­zierte in Pflegeheimen, eher geeignet *¹⁴⁷.
  • Eine sehr sorgfältig durchgeführte Studie in Santa Clara, Kalifornien, kommt auf eine Dunkelziffer von 50:1.
  • Prävalenzuntersuchungen ergeben etwa zehn mal mehr falsch positive Ergebnisse wie anlassbezogene *¹⁶⁴, sie überschätzen die Häufigkeit im Ver­gleich zur Inzidenz und die relative Häufigkeit *¹⁵³ schwerer Verläufe *¹⁵⁵. Anlassbezogene Untersuchungen dagegen überschätzen die Häufig­keit *¹⁵⁴. Dabei sind Vorgehensweisen für bestimmte Fragen sinnvoll und dürfen nicht konkurrieren *¹⁶¹.
  • Bei richtig verweneter Datenlage würden die dargestellten Zahlen deutlich sinken *¹⁷², so bleibt der Eindruck einer Bedrohung bestehen, die [Anfang Mai!] seit mehreren Wochen nicht mehr gegeben ist *¹⁹².
  • Die Darstellung der Mortalität durch das RKI ist mehr Meinung *¹⁹⁵ als Fakt *¹⁷⁹, und wirkt unnötig erschreckend, da sich die angegebene Mor­ta­li­tät in der Übersterblichkeit in 2020 nicht widerspiegelt *¹⁹³.
  • Die Reproduktionszahl R ist beliebig zu variieren *¹⁶⁵: die Einstellung der Testdurchführung würde den R-Wert sofort auf null absinken lassen *¹³⁴.
  • Der überall verwendete PCR-Nachweis des Virusgenoms ist nicht ident­isch mit der Infektiosität *¹⁵⁶. Am Anfang der Erkrankung ist der Erkrankte in­fekt­iös, aber die PCR ist noch nicht positiv (=mangelnde Sensitivität der PCR) und nach z.B. einer Woche ist der Patient nicht mehr infektiös, aber die PCR bleibt positiv (=mangelnde Spezifität der PCR). Die aufwändige Viruskultur ist hier genauer *¹⁵⁷.
  • Unabhängig von der genauen Sensitivität und Spezifität der Tests ist in al­len Fällen die Mehrzahl der als positiv getesteten Personen zwar auf SARS-CoV-2/Covid-19 PCR- positiv, aber nicht infektiös *¹⁵⁸. Auch besteht zwisch­en der in den oberen Atemwegen nachgewiesenen Viruslast und dem Übertragungsrisiko kein linearer Zusammenhang *²⁰⁴.
  • Bei den Antikörpernachweisen ist die Frage von größtem Interesse, ob es eine Kreuzreaktion mit anderen Coronaviren gibt, die im Laufe der Grip­pesaison der letzten Jahre entstanden ist („unspezifisch“ würde dann heiß­en, dass der Test z.B. Corona CoO43 nachweist) *¹⁵⁹. Studien zu dieser Fra­gestellung sind dringend durchzuführen [siehe Juli, 2.6], da auf diese Weise eine Überlastung des Gesundheitssystems verhindert werden kön­nten *¹⁶⁰.
  • Bei sehr hohen Testzahlen ist wöchentlich mit 44.550 falsch-positiven Er­gebnissen rechnen, denen selbst bei einer utopischen Sensitivität von 100% nur 45.000 richtig-positive Befunde gegenüberstehen *¹⁶². Diese Konstellationen würden zum Kollaps jeder Strategie führen, ganz gleich wie sehr man das Gesundheitswes­en ausbaut, da auch alle falsch-positiven Befunde einer Nachverfolgung bedürfen *¹⁶³.
  • Das Versammlungsverbot vom 09.03. war zum Abbremsen der Epide­mie-Ausbreitung ausreichend *¹⁶⁸-¹⁶⁹. Das Gegenargument, der Effekt vor dem 21.3. sei bereits durch die reine Ankündigung des Lockdown erzielt wor­den, kann in keiner Weise überzeugen *¹⁶⁷.
  • Es ist nach wie vor unklar *¹³⁷-¹⁸³, inwieweit sich die NPIs tatsächlich auf den Verlauf der Epidemie auswirken *¹²⁴, daher muss die Strategie über­prüft *¹⁸⁰ werden: Im Beschlusspapier vom 15.4.2020 [siehe Quellen­an­gab­en Mai] wird über­haupt keine epi­de­miologische Größe mehr als Richt­schnur für ansteh­en­de Ent­scheidungen genannt. Im Vorwort wird le­dig­lich der um­gangs­sprach­liche Begriff der „Infektionsgeschwindigkeit“ ver­wendet *¹⁶⁶.
  • Die Erfordernis die Strategie zu über­prüfen, ist vor allem gegeben, weil die NPI umso länger andauern müssen, je erfolgreicher sie sind *¹³⁶ und weil die gewünschte Wirkung mit den unerwünschte Nebeneffekten in keinem Verhältnis stehen *¹⁸⁴.
  • Der Schutz der Risikogruppen wird durch allgemeine Präventions­stra­teg­ien nicht gefördert, sondern gefährdet *¹⁸⁷, daher müssen gezielte Schutz­maßnahmen *¹⁸⁸ begonnen werden. Diese sind möglich, wenn die Risiko­gruppen anhand mehrdimensionaler Scores (Alter, Komorbidität, no­so­ko­mi­ales Risiko und Cluster-Zugehörigkeit) definiert sind. *¹³⁸ Für die Ri­si­ko­gruppen muss aus dem Vorgehen ein Vorteil erwachsen, z.B. durch be­vor­zugte Nutzung des öffentlichen Raumes*¹⁹¹. Sind die speziellen Schutz­maß­nahmen implementiert, kann sich die restliche Bevölkerung, ein­schließ­lich über 60-jähriger mit max. einer Vorerkrankung frei be­we­gen *¹⁹⁰.
  • Kinder spielen nur eine deutlich untergeordneter Rolle *¹⁴⁰, *²⁰² in der Aus­breitungsdynamik *¹⁹⁹-²⁰⁰. Sie werden seltener infiziert *²⁰¹, sie wer­den selt­ener krank *¹³⁵-²⁰³, die Letalität liegt nahezu bei null *¹⁷³, und sie geb­en die Infektion seltener weiter *²⁰¹, so dass der Öffnung von Schulen und Ki­Tas nicht nur nichts entgegensteht *¹⁷⁴, diese sollten schnell wieder ge­öf­fnet werden *¹⁴¹.
  • Kinder sind selber eine vulnerable Gruppe *¹³⁹, deren elementare Rechte missachtet werden *²⁰⁵. Der Nachweis einzelner Infektionen bei Kindern rechtfertigt nicht die erneute Schließung der gesamten Einrichtung *¹⁹⁸, da diese im im Gegensatz zu Seniorenheimen per se keine Hoch­risiko­um­gebung darstellen *¹⁹⁷.
  • Die das Leben erheblich beinträchtigenden *¹⁸⁵ Grundrechtseingriffe, die bei längerem Bestehen zu schleichenden und irreparablen ge­sell­schaft­lich­en Schäden führen *¹⁸¹ bedürfen einer ständigen transparenten Recht­fert­ig­ung *¹⁴². Fehlt diese, wird die Diskussion polemisch werden *¹⁸⁹, woraus in der Folge eine aktive Abwehrhaltung entsteht *¹⁹⁴.
  • Viel sinnvoller ist es, die Kompetenzen der Bürger und Bürgerinnen in den Mittelpunkt stellen *¹⁹⁶.

Das alles gibt Anlaß zur Hoffnung, diese Virus-Pandemie bald erfolgreich einzudämmen und dann zu einem relativ normalen Leben zurückzukehren

JUNI

Viele Faktoren haben wir nicht mal ansatzweise begriffen“ Interview vom 16.06.2020 mit Prof. Gerd Antes, Universität Freiburg, im Deutsch­land­funk:

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Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=eaqNGvq7Us0
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Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=eaqNGvq7Us0
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Graue Balken: es liegen nur Daten ohne weitere Differenzierung vor für über und unter 65 Jahre, — Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=eaqNGvq7Us0

Achzigjährige ha­ben ein etwa tausendmal höheres Risiko als Kinder

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Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=eaqNGvq7Us0
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Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=eaqNGvq7Us0
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Originalgrafik aus obigen Screenshot, teilübersetzt und bearbeitet, Auslassung einiger seltener Krankheiten. Die Skala ist logarithmisch, die Altergruppe 18–39 Jahre ist links außerhalb der Skala, die Gruppe 0–17 mit noch geringerem Risiko ist nicht dargestellt Quelle Originalgrafik: https://www.medrxiv.org/content/10.1101/2020.05.06.20092999v1 — Überschrift ‘Risiko in Abhängigkeit von Komorbitäten und Alter’ von mir
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Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=eaqNGvq7Us0[Rote Linie = US-Durchschnitt: 52km/tag]

Fazit:

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Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=eaqNGvq7Us0
  • Diese Testungen beibehalten, um eine zweite Welle frühzeitig zu erkennen. Hierzu muss eine strenge epidemiologische Überwachung durchgeführt werden (repräsentative Bevölkerungsstichprobe) *²¹⁸.
  • Anwendung der Kenntnisse zur Risikoverteilung *²¹⁹.
  • Krankenhäuser und Pflegeheime schützen = drakonische Hygiene- und In­fekt­ionskontrollmaßnahmen *²²⁰ sowie regelmäßige Testungen aller Mit­ar­beit­er und Bewohner. Verkürzung der Testintervalle während der akuten Phase der Epidemie
  • Drakonische Schutzmaßnahmen für etwa 5–10% der Bevölkerung *²²¹ (Risikogruppen)
  • Schutzmaßnahmen für Hochrisiko-Einrichtungen (z. B. Fleischverar­beit­ung, Gefängnisse, Obdachlosenunterkünfte, Schiffe) *²²².
  • Standardmaßnahmen mit erwiesenem Nutzen und Eignung für die Be­völk­er­ung (Hände waschen, Nies-etikette, gegebenenfalls Masken, und einige stör­ungs­arme Distanzierungsmaßnahmen).
  • COVID-19 ist eine Krankheit der Ungleichheit, die noch mehr Ungleichheit schafft: Benachteiligte Gruppen sind zu schützen
  • Und -bitte- nicht die ganze Welt mit aggressiven Maßnahmen zerstören”

2.4 Die neuen Erkenntnisse und der Wissensstand im Juni 2020:

  • Der Lockdown im März war eine evidenzfreie Panikreaktion *²⁰⁸.
  • Die täglich gemeldeten Fallzahlen sind nicht die Anzahl der Infizierten, sondern die Anzahl der positiven Tests *²⁰⁶. Da diese willkürlich und unter chaotischen Bedingungen ausgewählt und durchgeführt werden, können wir daraus keine validen Daten ziehen *²⁰⁷.
  • Mittlerweile sind wir in der Lage, Begleitforschung zu machen, gesell­schaft­liche Bereiche differenziert zu öffnen, und dann brauchbare Daten zu erheben *²⁰⁹. Allerdings ist die Wissenschaft damit beschäftigt, wie wir Mallorca zurückerobern können *²¹⁰. Das ist natürlich wissenschaftlich ge­sehen und im Sinne von Erkenntnisgewinn absurd.
  • Hier versagt unser System gegenwärtig völlig *²¹¹.
  • Modellrechnungen sind mit Vorsicht zu genießen *²¹².
  • Epidemische Wellen sind Varianten von Gompertz-Funktionen *²¹³.
  • Das Risiko für einen unter 65-jährigen Erwachsenen, in Deutschland an COVID-19 zu sterben, entspricht dem Risiko eines tödlichen Verkehrsunfalls bei einer täglichen Fahrleistung von 15km *²¹⁶.
  • In der frühen Phase der Epidemie sollte intensiv anlassbezogen getestet und die Kontaktnachverfolung angewandt werden *²¹⁷, in der späteren Phase braucht es repräsentative Testungen *²¹⁸.
  • Das Risiko ist sehr stark in Abhängigkeit von Alter *²¹⁴ und Komorbiditäten verteilt *²¹⁵, diese Kenntnisse müssen umgesetzt werden *²¹⁹: es bedarf starker Schutzmaßnahmen für
    — Risikogruppen (d.h. ca. 5–10% der Bevölkerung) *²²¹
    — Krankenhäuser und Pflegeheime *²²⁰ sowie weiterer
    — Hochrisiko-Einrichtungen *²²²

JULI

Das Institut für Medizinsoziologie, Versorgungs­forsch­ung und Rehabili­tations­wissenschaft — IMVR der Universität Köln veröffentlicht am 08. Juli ‘ Eine erste Bilanz’ [PDF, Quelle ⁶-⁴]:

Die asymptomatischen Infizierten sind asymptomatisch, weil sie ein gut funktionierendes Immunsystem haben

Ein Drittel der Bevölkerung verfügt über Kreuzimmunität gegen Sars-CoV-2, die aus früheren Begegnungen mit ‘normalen’ Co­ronaviren entstanden ist

Das bisherige Vorgehen der zuständigen Stellen hat dazu geführt, daß die Zahl der Infektionen er­heb­lich un­ter­schätzt, und die Sterblichkeitsraten er­heb­lich über­schätzt wurden

Anders als bei den viel untersuchten, aber relativ kurz­lebig­en Antikörpern, ist die schützende zel­luläre Immunant­wort langlebig, wie seit der SARS-Epidemie 2003 bekannt ist

Kinder und Jugendliche sind so bemerkenswert wider­stands­fähig gegen Corona, weil sie ‘Viren­schleud­ern’ sind

Erwachsene mit einer stabilen Immunantwort ha­ben diese aus einem ‘gewöhnlichen Winter­schupfen’ der Vorjahre

Die Herdenimmunität ist schon viel weiter erreicht, als bis­lang gedacht

2.5 Die neuen Erkenntnisse und der Wissensstand im Juli 2020:

  • 83% der Infizierten haben T-Zellen, die gegen SarsCoV2 aktiv sind, ge­sund­e Probanden, die noch keinen Kontakt zu dem Virus hatten, haben zu 35% ebenfalls diese T-Zellen *²²³, die wahrscheinlich bei früheren Be­geg­nung­en mit Coronaviren entstanden sind *²²⁴.
  • Das Auffinden von (Kreuz)Immunität bei 35% der gesunden Probanden dü­rfte die stark unterschiedlichen Verläufe der Krankheit einerseits und die ‘bemerkenswerte Widerstandsfähigkeit von Kindern und Jugendlichen gegenüber symptomatischen SARS-CoV-2-Infektionen andereseits er­klär­en *²³⁴.
  • Die Analyse zur Erkennung asymptomatischer Fälle ist nicht weit verbreitet *²²⁷
  • Die Immunität gegen SARS-CoV-2 ist das Resultat von Im­mu­ni­täts­ant­wort­en gegen andere beständig vorhandene *²³² humane Co­ronaviren (HCoVs) *²³⁰, die vor längerer Zeit entstanden sein müssen *²³¹. Da ge­wöhn­liche Er­kält­ungen zu ca. 20% aus HCoVs bestehen dürfte jeder Er­wachsene alle zwei bis drei Jahre eine derartige Infektion erleben, die zu der zellulären Im­mun­­ität führt. *²³³.
  • Diese Immunitäts-Werte beeinflussen die Dynamik der Pandemie *²²⁵ vor al­lem, weil die zelluläre Imunantwort wohl langlebig ist, *²²⁸ wie man aus der SARS-Epidemie weiß *²²⁹.
  • Die Darstellung des des Robert-Koch-Institut hat die Zahl der Infektion­en er­heblich unterschätzt und die Sterblichkeitsraten erheblich überschätzt *²²⁶; die neuen Erkenntnisse haben erhebliche Auswirkungen auf die epi­de­miologischen Schwellenwerte und Prognosen der Herdenimmunität für die COVID-19-Pandemie. *²³⁵

August

Das Institut für Medizinsoziologie, Versorgungs­forsch­ung und Rehabili­tations­wissenschaft — IMVR der Universität Köln veröffentlicht am 05. August eine weitere Überarbeitung des Thesenpapiers, Version 3.0 [PDF, Quelle ⁶-³]:

2.6 Die neuen Erkenntnisse und der Wissensstand im August 2020:

  • SARS-CoV-2/Covid-19 stellt eine typische Infektionskrankheit dar *²³⁶, bei der es zu Epidemie-Beginn in Einrichtungen der Gesundheitsversorgung zu Krankheits-Ausbrüchen kam *²³⁷, die nahezu Zusammenbrüche dieser Einrichtungen zur Folge hatten *²³⁸, und deren mediale Darstellung für die öffentliche Rezeption der Epidemie von erheblicher Bedeutung sind *²³⁹.
  • Epidemiologische Werte, die Test-Eigenschaften und Kennzahlen für die Dynamik der Epidemieentwicklung bilden die Grundlage für jegliche Stra­te­gie *²⁴⁰. Daher ist es ein schwerwiegendes Versäumnis, dass in Deutsch­land nicht bereits Anfang März mit einer zufallsgesteuerten Ko­hort­en­stu­die auf nationaler Ebene begonnen wurde *²⁴¹, denn bei an­lass­bezogen­en Testungen ist es nicht möglich, den Testumfang als maß­geb­lichen Ein­fluss­faktor auszuschließen *²⁴².
  • Weiter ist problematisch, daß der PCR-Test anschlägt, auch wenn bereits Immunität aufgebaut ist *²⁴³. Sofern die Tests auch nur geringste Spe­zi­fi­tätsprobleme aufweisen, ist mit einer großen Zahl falsch-positiver Er­geb­nisse zu rechnen *²⁴⁴.
  • Kinder werden seltener infiziert, seltener krank, die Letalität liegt nahe bei null, und sie geben die Infektion seltener weiter *²⁴⁵.
  • Es sind Unterschiede in der Bewältigung der Pandemie sichtbar, die durch Erreger- oder Wirtseigenschaften nicht mehr erklärbar sind. Die Unter­schie­de spiegeln das jeweilige Gesundheitssystem wider *²⁴⁶.
  • Die Corona-Maßnahmen weisen das Paradoxon auf, dass sie umso länger andauern müssen, umso erfolgreicher sie sind, da sonst eine „zweite Wel­le“ befürchtet wird. *²⁴⁷. Wegen dieser Problematik besteht die un­aus­ge­sprochene Tendenz, die mitigation in eine Strategie der Era­di­ka­tion (sup­pression) zu überführen; diese Strategie zeichnet sich in Deutsch­land der­zeit ab *²⁴⁸.
  • Es muss jedoch stark bezweifelt werden, dass eine Eradikation in einer hoch­gradig vernetzten Gesellschaft wirklich um­setz­bar ist, ohne die Frei­heit der Person und die Grundrechte dauerhaft ein­zu­schränken *²⁴⁹. Die mitigation-Strategie mit universellen Prä­vent­ions­maß­nahmen weist je­doch nicht nur Defizite hinsichtlich der fast zwangs­läuf­ig­en Überführung in ein Eradikationskonzept und der da­ran zu knüpf­end­en Fra­gen zur Mach­barkeit massive Defizite auf, son­dern es be­steh­en auch schwer­wieg­ende Zweifel an dessen Wirksamkeit *²⁵⁰.

3. Der Stand der verfassungsrechtlichen Bewertung der Maßnahmen

Die verfassungsrechtlichen Bewertungen erscheinen beginnend im März vor allem auf verfassungsblog.de, wo sich viele Verfassungsrechtler äuß­ern, die sowohl in den Thesenpapieren [Quelle ] oben, als auch in der unten zitierten (und vielen anderen) Ausarbeitung des Wissenschaftlichen Dienstes des Deutschen Bundestages zitiert werden.

erheblich pro­blem­atisch oder wohl verfassungswidrig

…lautet die Extremkurzfassung.

Und nun?

Die Politik wird weiter unbeirrt so handeln wie bisher, vermute ich.

Danke für die Aufmerksamkeit

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Quellen in diesem Artikel:

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