Der Kulturkampf um die Maske

Was machen wir hier eigentlich? — Eine Betrachtung der hysterischen Situation

Drei von unendlich vielen Sichtweisen auf die Mund-Nasen-Bedeckung: Als Rettung, als Irritation oder Untergang des Abendlandes… — Verzeihung: der Welt! Zusammengefügt aus drei Bildern auf (links), (mitte) und (rechts).

Dieser (kurze) Artikel ist der ungeplante Fünfte in einer Serie nach mein­em ­, meinem ­, dem ­­ und dem ­ in den Zeit­en von Co­ro­na. Teile und gibts mittlerweile auch — und die aus dieser Artikelserie ent­stand­ene Vor­be­reit­ung ein­er Ver­fas­sungs­be­schwerde ist zu finden. —

Zur Einordnung nochmal vorweg: ich bin ein nicht hilfreicher (sagt meine Toch­ter aktuell) Familienvater aus Hamburg, und wundere mich, in welche Schubladen ich gesteckt wer­de: vor einiger Zeit war ich noch Teil der links­grün­-ver­siff­ten Bild­ungs-Bourgeoisie, aktuell gehöre ich zu meinem Erstaunen und gegen meinen Wil­­len an­schein­end zu den Reichsbürg­ern, Impfgegnern, der AFD, der FDP und den Ver­schwör­ungs­theo­­retik­ern.

Eigene Einschätzung:

— Hinweis: sind hier nur unterstrichen, nicht zusätzlich farbig —

— Noch ein Hinweis: eigentlich schreibe ich gerade Teil 5 meiner Vorbereit­ung der Verfassungsbeschwerde. Aber was hier los ist, regt mich auf, und wenn ich mich aufrege, kann ich nicht gut denk­en. Und für die Ver­fas­sungs­be­schwer­­de muss ich gut nach­denk­en! Also muss ich das hier vorher loswerden: —

Die unwissenschaftlichste ‘’ ’Diskussion’ ’’ der Welt­geschichte

Also ungefähr mindestens seit Galileio vor vierhundert Jahren sein­en ‘ geschrieben hat! — WTF!

Was machen wir hier gerade? — Sind wir noch zu retten?

  • Entscheidungsmodelle für komplexe Krisensituationen bei nicht aus­reichender Faktenlage (z.B. aus der )?

— Nie von gehört.

— So neu und schon wieder weg.

Komplexität? Viel zu kompliziert!

— Stören bei der Rettung der Welt.

Ein Verschörungstheoretiker!

Ein Corona-Leugner!

— Kinder, geht mal baden, wir brauchen die Rettungsboote für uns!

Selbstverschuldete Unmündigkeit’ ist hier das zentrale Wort bei reicht das an Beispielen? Ich hoffe es, denn von der Aufklärung bis Aristoteles mit

  • dem Menschen als , als gemein­schafts­bild­end­es Wesen, das ohne sein Gegenüber nicht existieren kann

ist es noch ziemlich weit.

Wir befinden uns in einer zeitlosen, bezugslosen und jeder Hinsicht maß-losen Zeitblase. Von mir aus sogar: geschichts­losen Blase.

Wir bewegen uns gerade im atem­be­raub­en­den Tem­po von ca. ein­em Jahr­hundert pro Monat rückwärts durch alle Errungenschaften der Mensch­­­heits­geschichte!

Ist es wirklich so schlimm?

Ja! Denn die Antwort ist ganz einfach: wie wäre denn der eigene Blick auf das Leben heute im Fe­bruar gewesen? Oder im Herbst 2019?

­­ [Der Text ist mittlerweile vom Netz in sein neues Buch umgezogen]:

“Werfen wir aus neu-normaler Perspektive einen Blick auf die alte Normalität, so müssen wir zugeben: Wir hätten alle Jahre zuvor schon jeden Todesfall in einem Altenheim zählen und in der Tages­schau veröffentlichen können, und wir könn­ten es fortan immer weiter so handhaben. Das heißt: wir können es eben nicht, denn wir werden feststellen müssen, dass wir so nicht leben können. […] Wenn wir jeden Tag alle verstorbenen Deutschen zu einem Leichenberg auftürmen und das dann in Sondersendungen und Brennpunkten tränenreich zelebrieren, dreh­en wir durch. Es ster­ben jeden Tag — Corona hin oder her — etwa 2500 Men­sch­en in Deutschland, jeden Tag allein 900 Menschen in deutschen Alt­en­heim­en. […]

Was sagt unser Umgang mit dem Coronavirus über unsere Menta­lität aus? […] Denn wenn wir unsere Ängste, unsere Blind­heiten, Hysterien und Kon­form­itäts­süchte nicht in den Griff kriegen, dann wird es mit der Menschheit weiter rapide bergab gehen. Schneller als durch jede Klimakatastrophe, jeden Welt­krieg und jeden Killervirus werden weitere Lockdownmaßnahmen im Ver­bund mit der frei­willigen Lähmung des menschlichen Lebens zum Absterben des mensch­lichen Leb­ens führen. […]

„Corona“ ist wie alle seltsamen Entwicklungen der letzten Jahre in erster Linie ein Zeitgeistproblem, das auf der Ebene rationalen Entscheidens, bösen Willens und politischen Versagens nur un­zu­reich­end erklärt werden kann. […]
Noch nie war eine Bevölkerung so zweifellos überzeugt von der Richtigkeit ihrer Entscheidungen. Ja, ihrer Entscheidungen. Man wird die Konsequenzen des Co­ro­na-Irrsinns nicht allein den Politikern anlasten können. Die Menschen woll­ten es. Diesmal wollten sie es wirklich. 90 Prozent mindestens wollten die Mensch­heit in den Abgrund taumeln lassen, sie […] wollten Kinder bleiben, sie woll­ten nicht wissen, was sie hätten wissen können, sie wollten denkfaul und fei­ge und un­münd­­ig sein. Diesmal ist nicht Merkel schuld, nicht Trump, nicht die EU, nicht die AfD. Auch nicht Bill Gates. Die Schafe sind selbst schuld.

Können wir je wieder Menschen sterben lassen?

Wie wird es weitergehen? Ich fürchte: katastrophal. Aus der Ent­scheid­ung, die In­fektionskrankheit Covid-19 so zu handhaben, wie wir es tun, folgt das Ein­ge­ständ­­nis, dass wir in früheren Zeiten offenbar immer falsch gehandelt hab­en, grau­sam, mindestens leichtfertig. Wir hätten — neu-normal gesehen — nie­mals, in keinem Grippejahr zuvor, einfach mal so zehntausend, zwanzig­taus­end Men­schen sterben lassen dürfen. Nach den Maßstäben, die wir seit Corona an­legen, hätten die Regierungen in Bund und Ländern niemals zu­las­sen dür­fen, dass Men­schen mit Viren in Kontakt kommen und an den da­durch aus­gelöst­en Krank­heit­en sterben. […]

Wenn wir ernsthaft das Ziel verfolgen, jeden vermeidbaren Tod — koste es, was es wolle — tatsächlich zu vermeiden, dann sind wir am Ende, dann ster­ben wir aus.”

[Aus: ‘’ im Blog ‘’]

Das Leben, die gesellschaftliche Situation heute wäre doch zu lachhaft bizarr gewesen, um neulich oder damals überhaupt auch nur als Ver­schwör­ungs­the­orie durchzugehen.

A pro pos Verschwörungstheorien, ich hab auch eine:

Die Verschwörung der Medien

Irgendetwas ist zwischen diesem Spiegel-Artikel hier

Gerd Antes, ‘DER Medizinstatistik-Experte in Deutsch­land’ und Mitbe­gründ­er des Netzwerks Evidenzbasierte Medizin kritisiert das deutsche Vor­geh­en in der Corona-Krise ernergisch. [Der Spiegel, ]

und diesem hier

Die ‘wissenschaftlichsten aller Ärzte’ (vom o.g. Netzwerk) geben ‘ge­fähr­liche Empfehlungen’ und spielen ‘mit falschen Argumenten Corona-Leugnern’ in die Hände. [Der Spiegel, ]

beim ‘Spiegel’ passiert…

Beim ist jedenfalls nichts ‘passiert’, die Stellung­nahm­en und sind sehr konsistent und bauen inhaltlich stimmig auf­ein­and­er auf.

Und auch irgendetwas ist zwischen diesem Text hier

‘Der Staat setzt die Menschen einem Experiment mit völlig ungewissem Aus­gang aus. Mit atemberaubender Geschwindigkeit und mit einer erschütternden Be­reit­wil­lig­keit seitens der Bevölkerung werden Rechte außer Kraft gesetzt, die in Jahr­hund­ert­en mühsam erkämpft worden sind.’ [Süddeutsche Zeitung, ­­­]

und dutzenden wie diesem

Zwar ‘mag das Tragen einer Alltagsmaske vielleicht lästig sein, aber […es ist] ein ziemlich milder Eingriff.’ [Süddeutsche Zeitung, ]

bei der ‘Süddeutschen Zeitung’ passiert.

Das gleiche bei der Zeit, bei der Frankfurter Allgemeinen, beim DLF, bei ARD, ZDF, und so weiter…

Was ist da passiert? — und warum ist das passiert?

Ist das etwa eine Verschwörung? Oder woher kommt dieser Sinneswandel? Ich finde, die Rechtfertigungslast liegt hier eindeutig bei den Medien, und nicht bei den Menschen!

[Überhaupt ist das ein ziemlich guter — weil allgemeingültiger— Maßstab, um die Qualität von Aussagen, Fornschungsergebnissen und Handeln zu prüfen: die Anzahl der erforderlichen Korrekturen, die Anzahl der Rücknahmen von Aussagen, die Anzahl der 180°-Kursänderungen.
(Die Anzahl!, nicht die 180°-Wendung an sich! Selbst
The Lancet hat eine Stu­die korrigieren müssen — wir reden hier über Wissenschaft!)

Legt man diesen Maßstab an, findet sich ganz oben: John Ioannidis. Dann sich­er­lich weltweit viele, die ich nicht mal kenne. Dann kommen in Deutsch­land die Professoren Streeck, Püschel, Antes, etc., das IMVR — Institut für Medizin­so­zi­olo­gie, Versorgungsforschung und Rehabilitationswissenschaft, das Netzwerk Evi­denz­basierte Medizin, diverse Universitäten und Fach­ver­bände (die medial kaum hörbar waren und sind).
Und dann kommen die, die sich täglich in den Nachrichten finden.
Gefolgt von denen, die uns retten sollen und wollen: die Politik.]

Und während die Lage der Epidemie sich nach den Zahlen ins­ge­samt ent­spannt, wird die Lage in der medialen Berichterstattung seit März nur schlim­mer, prinzipiell niemals besser und wenn doch unvermeidlich mal ein biss­chen, dann mit einem ‘aber’, das das ‘besser’ weit überwiegt. Gefolgt von einer Formel, doch an AHA zu denken — Die Zeugen Coronas — .

Gute Nachrichten werden auf Teufel komm raus nicht veröffentlicht.

Beispiele? Bitte:

* Fun Fact: O-Ton Studie: “common cold” — diesen ‘unerhörten’ Bezug zu einem Winterschnupfen zieht wer? Christian Drosten und seine Kollegen!
** …und eine wissenshaftliche Erklärung wird auch gegeben!
[Zitate, wörtliche Übersetzung und Zusammenfassung der Charité-Studie von mir im Abschnitt ‘Juli’ im Artikel ‘
’]

Warum bitte sind das keine berichtenswerten Nachrichten?

Und wann, wenn nicht im Jahr 2020, könnte die Menschheit mal gute Nachrichten gebauchen?

Stattdessen wird immer wieder und auf echt widerliche Weise die fehlende Maske wörtlich und konkret mit Mordversuchen gleichgesetzt.

Mit der Folge, das asthmatische oder anderweitig kranke Men­schen mit Attest sich trotz ärztlicher Befreiung nicht mehr trauen, die Maske wegzulassen!

Ich hab ein Wort für diese Medien: menschenfeindlich

Hinweis — nötig, weil wir in so bescheuerten Zeiten leben: Dies ist kein Bezug zu Trump und seinem ‘’! Trump ist ein schlimmer Mensch, und ich stimme ihm weder politisch noch in sonst irgendwas zu! [geändert am 21.09., — siehe Leserdiskussion]

Der Kulturkampf um die Masken

Kaum möglich, aber: der irrationalste Teil dieser ir­ra­ti­onal­en Situation.

Der Stand der Wissenschaft und die scharfe gesellschaftliche Diskussion stehen sich diametral gegenüber.

Wenn ein Coronazi einen Covidioten meint maßregeln zu müssen, ist doch immer noch mindestens ein Stück lebensrettender Stoff zwischen den beiden… — woher also die Wut?

Stand der Wissenschaft bis Ende 2019:
Es gibt keine belastbare Evidenz daß Masken (außerhalb von definiert­en Situationen im Gesundheitswesen) nützen.

Stand der Wissenschaft erste Jahreshälfte 2020:
Es gibt nach wie vor keine belastbare Evidenz — über das ‘plausibel’ des RKI hin­aus — daß Masken (wie oben) nützen, aber ein Stück Stoff im Hamster­­käfig soll das beweisen, und Zeitlupen-Gegenlicht-Videos auf youtube.com zeigen doch die ekelerregenden Corona-Wolken…

Wow.

[Nachtrag vom 21.09.]: Es gibt sogar jemanden, der die Wirksamkeit von Mund-Nasen-Bedeckungen nicht nur nicht plausibel, sondern “reine Spe­ku­la­ti­on ohne wissenschaftliche Beweise” nennt:

Die überhaupt erste belastbare — die wis­­sen­schaft­lich­en Ansprüchen genügt, die seit Jahrzehnten und bis Ende Februar 2020 noch galten — ist vom 03. Au­gust:

Wirksamkeit der Maske zwischen 6% und 80%.

Bei richtiger Anwendung, versteht sich. Wie viele schaffen das?

Masken kann man aufsetzen. Darf man aufsetzen, da hat doch niemand was dagegen. Das kann von mir aus jeder Laden-Inhaber verlangen.

Aber dieses hysterische Gezeter? Und die bußgeldbewehrte Pflicht? Und dieser soziale Schaden?

Hab ich kein Verständnis für.

So, ich kümmer mich jetzt weiter um meine Ver­fas­sungs­be­schwerde.

Gegen die Maskenpflicht.

Leserforum:

[Mein besonderer Service, da man nur mit einem Konto bei medium.com ap­plaud­ieren und/oder antworten kann: Wer mir seine Meinung geigen möchte, kann das an die Mail-Adresse klage-gegen-corona[@]email.de meiner Ver­fas­sungs­beschwerde gerne tun.
Originelles werde ich veröffentlichen. Versprochen]

  • 21.09.20:
    Ich habe nicht vor, den Text mehrfach zu ändern, aber H.E., V.K. und R.M. (Namen bekannt) weisen mich alle drei darauf hin, daß das Trump-Bash­ing hier nicht hilfreich ist. — Ich habe den Absatz über ihn abgemild­ert.

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