Die Letalität von COVID-19

Teil 6.3 von 8 des Weges zum Verfassungs­gericht — ein Echtzeit-Lehrgang in der Wirklichkeit mit ungewissem Ausgang — Stand 07.02.2021

Dicke Bretter bohren alleine reicht nicht — Die Letalität kombiniert mit ‘Dicke Bretter bohren’. — Quellen: Tübinger Liste, eigentlich hier — dort jedoch ohne das Bild, dieses ist alleine hier zu finden. Grafik zur Letalität aus eigener Berechnung. Quellen im Artikel.

¹ Dummies meint natürlich nicht uns Bürger, sondern bezieht sich auf die berühmte Ratgeber-Serie für Anfänger von Allem —

Bisherige Artikel und Struktur der nächsten Artikel:

Alles über die Absicht, den Zweck und Aufbau sowie Struktur der Artikel steht in Teil 1. Bitte dort nachsehen. In dieser Serie gibt es keine Rosinen. Die Artikel sind nur in der beab­sicht­­igt­en Reihenfolge sinnvoll zu lesen, dennoch werde ich die Teile 6.1 bis 6.6 nach Fertigstellung und nicht nach Reihenfolge veröffentlichen.

Teil 6 wird weiter aufgeteilt in:

Was bisher geschah

Ein paar Zitate zur Sterblichkeit bei COVID-19 aus meinem Artikel ‘Was wäre die Lösung?, in dem ich Aussagen und Erkenntnisse von Forschung und Fachliteratur monatsweise zusammenfasst habe:
[Die Zahlen (71) sind die Fußnoten *⁷¹ in dem Artikel, Quellen siehe dort]

Dem ist kaum noch etwas hinzuzufügen. Außer:

Es ist erschütternd, wie wenig wir seit Sommer letztes Jahr dazugelernt haben!

Meine Ver­fas­sungs­be­schwerde wird den Ver­ant­wort­lichen auch Un­­tig­keit hinsichtlich der Beschaffung von Erkenntnissen über die Eigenschaften von SARS-CoV-2 vor­wer­fen.

Epidemiologische Grundlagen

Es gibt — den Eindruck kann man haben — kaum noch epidemiologisches Wissen von vor 2020, welches den Jahreswechsel 2019 zu 2020 überlebt hat, oder nicht in sein Gegenteil verkehrt wurde.

Daher eine kurze Auffrischung:

Letalität — Sterblichkeitsrate

Die Letalität (auch: ‘Letalitätsrate’) beschreibt die Tödlichkeit einer Er­krank­ung, d.h. die (übrigens immer altersabhängige) Wahrscheinlichkeit bei ein­er Er­krankung, an dieser zu versterben. Der Fachbegriff lautet CFR:

CFR — case fatality rate

Der Fall-Verstorbenen-Anteil (auch: ‘die Fallsterblichkeit’) ist nahezu das­selbe.
CFR = Anzahl Verstorbener / Anzahl Erkrankter.
Aufgrund der unbekannten Anzahl nicht erkannter Erkrankungen gibt es eine Dunkelziffer. Diese Unkenntnis führt zu einer Überschätzung der Letalität. Zur Vermeidung dieser Überschätzung braucht es die IFR:

IFR — infection fataliy rate

Der Infizierten-Verstorbenen-Anteil (auch ‘Infektionssterblichkeit’) be­schreibt die Tödlichkeit einer Infektion, d.h. die (übrigens auch immer altersabhängige) Wahrscheinlichkeit bei ein­er Infektion, an dieser zu versterben.
IFR = Anzahl Verstorbener / Anzahl Infizierter.

Mortalität

In der Epidemiologie ist die (krankheitsspezifische) Mortalität das Verhältnis der Vestorbenen zu einem bestimmten Teil der Bevölkerung über einen bestimmten Zeitraum (und in der Regel auf 100.000 Einwohner be­zo­gen).
= Anzahl Verstorbener / Teil der Bevölkerung (in einem bestimmten Zeitraum)

Morbidität

Die Morbidität ist ein Begriff aus der Todesursachenstatistik und bezeichnet das Verhältnis der Vestorbenen zur Bevölkerung.
= Anzahl Verstorbener / Bevölkerung.

Diese Begriffe werden leider sowohl von der Politik und teilweise den Me­dien aber auch vom RKI falsch verwendet bzw. vermischt. Vermischt in einer Wei­se, daß die angegeben Zahlen auch mal um den Faktor 10 und mehr falsch sind!

Die Letalität von COVID-19

In einem dreiviertel Jahr von >4% nach <0,2%

Der Epidemiologe und Medizinstatistiker John Ioannidis von der Uni­versi­tät Standford hat in einem viel-beachteten, -zitierten und -zer­is­senen Artikel vom 17.03.20 eine Letalität von 0,125% geschätzt (bei einer Bandbreite von 0,05% bis 0,63%). Die Welt, in Form von WHO, CDC, RKI und anderen hat den Rest des Jahres gebraucht um sich in Richtung dieses Wertes zu bewegen.

Wobei — nicht ganz: die oben benannte Vermischung von Begriffen führt zu der Kuriosität von zwei völlig unterschiedlichen Sterblichkeitswerten laut RKI: den medial prä­senten Werten von knapp 2% bis max. 4,7%, und den er­heb­lich nied­ri­ger­en Werten von nur knapp 0,2% aus dem ‘Klein­gedruckten’ [Begriff ‘Untererfassung’ suchen] im RKI-Corona-Steck­brief: diese Werte des RKI gehen quasi das ganz Jahr Hand in Hand mit den Werten von Ioannidis.

Entwicklung der veröffentlichten Sterblichkeitsraten von COVID-19

Entwicklung einiger wichtiger Angaben zur Sterblichkeit von Corona im Zeitverlauf von Frühling bis Ende 2020 (KW13 bis 53). Der Trend ist eindeutig: von 3 bis 5% zu 0,2 bis 1%.
Spannend sind die zwei stark unterschiedlichen blauen Linien mit Werten des RKI. ‘RKI - offiziell’ ist die vom RKI gegelmäßig bekanntgegebene ‘Sterblichkeit’, die CFR, und ‘RKI - Steckbrief Coronavirus’, die ebenfalls vom RKI (allerdings lediglich als Rechenfaktor) veröffentlichte IFR, die epidemiologisch richtigere Zahl. Noch spannender ist die seit November wieder steigende ‘Sterblichkeit’. Woran liegt dies? Lt. RKI wegen “ab 03.November geänderten Testkriterien” (wegen Überlastung der Labore!). Weiter die Zahlen von Ioannidis, der WHO und verschiedenen Forschern (mehrere oft zitierte Studien aus dem letzten Jahr).
Eigenes Diagramm aus eigener Datensammlung aus Studien und Veröffentlichungen, außer der grüne Kurve ‘Schrappe et al.’ Diese ist aus einem Thesenpapier entnommen und ohne Kenntnis der Daten aber maßstäblich korrekt auf X- und Y-Achse übertragen.

Und soweit sind wir letztes Jahr gekommen: die Aus- und Überlastung der La­bore — nicht die der Intensivstationen! — lässt die Sterblichkeit wieder an­stei­gen?! Seriously!? [ 🔽-Markierung bei KW46]

Und dies sind nur die ersten haarsträubenden Ungereimheiten, die sich bei auf­merk­sam­em Nachrichtenkonsum ergeben.

Die Letalität von COVID-19 aus Sicht der Fachwelt

Viel schlimmer als die oben beschriebenen Zahlendifferenzen und die verzerrte öffentliche Wahrnehmung sind eigentlich die grund­legenden Probleme, die von Fachleuten benannt werden. Dies sind z.B.+u.a.:

Und was bedeutet das?

Nun, dies sind erstklassige Argumente für die Ver­fas­sungs­be­schwerde:

Die Regierung ist Ihren Pflichten der Aufklärung des Sach­verhalts, des Erkenntnisgewinns nicht nach­ge­kom­men

Die Prüfung der Verhältnismäßigkeit orientiert sich in den Worten des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts an den “tatsächlichen Rahmenbedingungen der Co­ro­navirus-Pandemie sowie fachwissenschaftlichen — virologischen, epi­de­mio­lo­gi­schen, medizinischen und psychologischen — Bewertungen und Ri­si­ko­ein­schätz­ungen. [aus der Entscheidung 1 BvR 990/20 des BVerfG]

Es ist also zu zeigen, daß die Letalitätsrate, die Sterblichkeit von COVID-19 nicht die ist, mit der wir monatelang erschrocken wurden. (Genauso wie wei­tere Parameter, die ich aber in anderen Artikeln behandele)

Wenn also feststeht, das die Ge­fahr­en­pro­gnose eine Fehleinschätzung war, geht dies noch nicht ‘zu Lasten’ der Re­gier­ung, jedoch ist das Unterlassen ein­er Korrektur der Pandemie-Maßnahmen nach neuen Erkenntnissen, oder auch das Unterlassen von der Beschaffung neuer Erkenntnisse über­haupt sehr wohl zu der Regierung anzulasten (analog zum ‘hätte wissen müssen’ aus Gerichtsurteilen).

Oder auf juristendeutsch: der Beurteilungsspielraum verengt sich mit zu­nehm­ender Erkenntnis wie auch mit unterlassenem Erkenntnisgewinn.

Und der Erkenntnisgewinn wurde vorsätzlich fahrlässig unterlassen!

Und damit sieht die Prüfung der Verhältnismäßigkeit dann ganz anders aus.

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Das Kleingedruckte

Kontakt

Wer Antworten weiß auf (hier ausnahmsweise keine) OFFENEN FRAGEN, wer Fehler entdeckt oder vermutet, wer weitere Argumente weiß oder wichtige Quellen kennt, darf — nein: soll! — sich gerne bei mir melden! Auch RAe sind gern gesehen!

Telefon: 03212–4882283

Email: klage-gegen-corona[@]email.de

HINWEIS (auch an die Trolle): natürlich bin ich da nicht direkt erreichbar! Die Nummer klingelt wonirgends, sie nimmt nur Sprachnachrichten ent­ge­gen. Diese und die Mails werde ich regelmäßig (vorsichtshalber mit dem Fing­er auf der Löschtaste) abrufen und mich zurückmelden.

Historie der Text-Überarbeitungen

  • 07.02.21 — zweite Fassung, veröffentlicht
  • 06.02.21 — erste Fassung online zum Korrekturlesen